EAK Unna diskutiert über Europa

2010-10-01_eak_unnaSachlich und emotional zugleich ging es im Kolpingsaal der Stadt Werne bei der Diskussion über Migration und Integration zu. Der Evangelische Arbeitskreis des Kreises Unna hatte die Europaabgeordnete für das Ruhrgebiet Dr. Renate Sommer eingeladen, über das Thema zu referieren.
Derzeit leben 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land, das ist die Realität, die wir zur Kenntnis nehmen sollten. Integration sei somit eine zentrale Aufgabe politischen Handelns. Die konkreten Probleme, welche die Integration erschweren seien Sprachdefizite und Abschottung, besonders bei türkischen Bürgern. Die Schaffung von Lebenszentren, z.B. durch Moscheen, mit ganz eigener Infrastruktur führe besonders in Großstädten zu Ghettobildung.

"Kinder werden in ein Milieu geboren, in dem sie kaum mit der deutschen Sprache in Berührung kommen", so Dr. Sommer. Wegen fehlender Deutschkenntnisse sei eine optimale Schulausbildung nicht zu gewährleisten. Nur wenige schafften das Abitur und ein Studium, viele blieben ohne Schulabschluss: "Das ist ein riesiges, gesellschaftliches Problem. Wir brauchen sie aber wegen des demographischen Wandels für unsere Gesellschaft, daher ist eine umfassende Integration unter Beibehaltung der eigenen Identität und kulturellen Besonderheiten notwendig.

Der Vorsitzende des EAK Unna, Pfarrer Hartmut Marks, leitete zum zweiten Themenschwerpunkt des Abends über, indem er den EU-Beitritt der Türkei zur Diskussion stellte. Dazu sagte die Europaabgeordnete, wenn jetzt der Wille bei der Türkei nicht da sei, Zugeständnisse zu machen, mehr Rechtstaatlichkeit, mehr Religionsfreiheit für Christen, die Anerkennung Zyperns einzugestehen, sei keine Basis für eine gemeinsame, europäische Politik gegeben.

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