Kommerzialisierung der Adventszeit - Evangelischer Arbeitskreis gegen Weihnachtsmärkte vor Totensonntag

Der Evangelische Arbeitskreis der CDU Ennepe-Ruhr (EAK EN) spricht sich gegen die Eröffnung von
Weihnachtsmärkten, wie zuletzt für Witten angekündigt, vor Totensonntag aus und appelliert deshalb an
die Mitglieder des Beirates der Stadtmarketing Witten GmbH, die Vorverlegung des Weihnachtsmarktes noch zu stoppen.

„Wenn alle springen, springst Du dann auch?“, hören Kinder oft von Ihren Eltern, wenn es darum geht,
das andere Kinder vermeintlich viel mehr dürfen. Dieser Spruch trifft wohl auch auf die aktuelle
Diskussion über die immer frühere Öffnung von Weihnachtsmärkten zu. Mit dem Verweis auf andere
Städte wird die Öffnung des Wittener Weihnachtsmarktes schon am Donnerstag vor Totensonntag
begründet. Dass es bei Weihnachtsmärkten aber vielmehr auf Qualität als auf einen frühen Start
ankommt zeigen die Hattinger Nachbarn. Hier startet man erst am Montag nach Totensonntag – so wie
es bis zum letzten Jahr auch in Witten der Fall war – und über Nachteile gegenüber Dortmund, Bochum
oder Hagen klagt niemand.

Das neue Kirchenjahr und damit der Advent als Vorweihnachtszeit beginnt eigentlich erst mit dem 1.
Adventssonntag, so dass genau genommen auch bisher schon die Weihnachtsmärkte am Montag nach
Totensonntag zu früh eröffnet wurden. Zumindest wurde jedoch bis zum letzten Jahr auch in Witten die
Reihe der zahlreichen kirchlichen und staatlichen Gedenk- und Feiertage (Allerheiligen, Volkstrauertag,
Buß- und Bettag, Totensonntag) im oft als „stillen Monat“ bezeichneten November abgewartet. „Diese
Zeit der Besinnung und des Gedenkens an die Verstorbenen wird nun in Witten gestört und auf dem
Altar des Konsums geopfert“, so der Kreisvorsitzende des EAK EN Simon Nowack aus Witten.

Daher ist es auch wenig konsequent, wenn die Standortgemeinschaft Witten-Mitte zwar die frühere
Eröffnung des Weihnachtsmarktes kritisiert, gleichzeitig die eigene Weihnachtsbeleuchtung einschaltet.
„Hier würde ich mir mehr Fingerspitzengefühl und Traditionsbewusstsein nicht nur des Stadtmarketings
und der Schausteller, sondern auch der Wittener Geschäftsleute wünschen“, so Simon Nowack auch mit
Verweis auf die oft viel zu frühe Weihnachtsdekoraktion in den Schaufenstern und das Angebot von
Spekulatius und vielem mehr schon im Oktober und November. Nowack weiter: „Es freut mich jedoch
sehr, dass zumindest der Rotary Club Witten sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst ist
und die Eisbahn erst am Montag nach Totensonntag eröffnet.“

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