Christentum, Kirche und Politik – Geschichte und Gegenwart in einem Kernland der Reformation

2011-03-19_erfurt_gruppenbildUnter diesem Motto nahmen Mitglieder des Landesvorstandes an einem Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung in Erfurt teil. Im Augustinerkloster ging zunächst der Vorsitzende der CDU Fraktion im Landtag des Freistaates, Mike Mohring, in seinem Referat „Chancen und Perspektiven der Christdemokratie in einer postsozialistischen Gesellschaft" auf die aktuelle Situation in Thüringen ein. Dabei machte er deutlich, dass nur noch ein Drittel der Bewohner in einer Kirche Mitglied seinen. Ebenso nehme nur ein Viertel der Schüler am Religionsunterricht teil. Als Ursache dafür machte er die Verhältnisse in der ehemaligen DDR aus.

Im Anschluss daran referierte Hildigund Neubert, Landesbeauftragte des Freistaates Thüringen für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR zum Thema: „Versöhnung – Schlussstrich – Aufarbeitung“. Dabei ging sie auf die Aufgaben ihrer Behörde. Dazu zählen die Beratung – Rehabilitierung und Einsicht in die Akten – ebenso wie die Aufklärung. Hierbei spiele die politische Bildung eine ungeheuer wichtige Rolle. Dies geschehe durch Ausstellungen, Veröffentlichungen, Unterstützung von Gedenkstätten und Besuchen in Schulen. Wichtig sei Neubert die Einsicht, dass die Auseinandersetzung mit der ehemaligen DDR nicht am Ende, sondern am Anfang sei.

Thematisch konnte Dr. Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, direkt an den Vortrag von Hildigund Neubert anschließen, jedoch aus Sicht der Opfer. Er stellte unter der Überschrift „Die Täter sind unter uns. Über das Schönfärben der SED-Diktatur“ die Situation im ehemaligen zentralen Stasi Untersuchungsgefängnis ausführlich da. Dabei schilderte er detailreich die Verhörmethoden sowie über den Alltag der über 40.000 Insassen in den Jahren von 1945-1989. Für Knabe ist es bis zum heutigen Tag nicht nachvollziehbar, dass die damals verantwortliche Partei, die SED – Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, bis zum heutigen Tag, wenn auch unter dem Namen Die.Linke weiter bestehen dürfe und nicht verboten wurde.

Im Anschluss daran wurden die Semiarteilnehmer von der ehemaligen stellvertretenden Landesvorsitzenden Jutta Reißland durch Erfurt geführt.

Zusätzliche Informationen