Polizeiseelsorge: Wie hilft man den Helfern?
Polizisten erleben in ihrem Arbeitsalltag oft extrem belastende Situationen. Einer, der den Beamten hilft, diese Erlebnisse seelisch zu verarbeiten, ist Stephan Draheim. Bei einer Veranstaltung des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) der CDU im Münsterland berichtete der Polizeiseelsorger jetzt über seine Arbeit. EAK-Vorsitzende Babette Lichtenstein van Lengerich begrüßte den früher für Roxel, Albachten und Bösensell zuständigen Pfarrer vor rund 30 Gästen.
Eines von Draheims Haupteinsatzgebieten ist die Unterstützung der Einsatzkommission „Rose“. Diese Kommission ermittelt im Bereich Kinderpornografie. Gegründet wurde sie 2020 nach einem besonders schweren Fall von Kindesmissbrauch in Münster und ist bis heute tätig. Die Sichtung des inzwischen von den Behörden gesicherten umfangreichen Bild- und Tonmaterials verlange den Ermittlern enorm viel ab und erfordere oft seelische Begleitung, so der Referent. Gleichwohl sei die Motivation des Teams nach wie vor unglaublich hoch.
Auch wenn Polizisten im Einsatz ums Leben kommen, steht Draheim den Kollegen bei. Ebenso sei die Verarbeitung von Scham- und Schuldgefühlen sowie die Begleitung nach dem Gebrauch von Schusswaffen ein Thema. Er ist als Pfarrer bei der evangelischen Landeskirche angestellt, arbeitet aber seit 2019 exklusiv für die Polizei. Die Polizeiseelsorge in NRW ist bundesweit die Einzige, die gemeinsam vom Land und der Kirche finanziert wird. Die gesetzliche Grundlage hierzu war von Innenminister Herbert Reul (CDU) initiiert worden. Acht Vollzeitstellen stehen seit 2024 zur Verfügung.



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